Sorry, not sorry!

Es tut mir leid, wenn ich jemanden mit diesen Bildern neidisch mache, aber irgendwie auch nicht 😉

Aber natürlich wünsche ich euch allen die Möglichkeit, auch unter diesen Gegebenheiten eine erholsame Zeit an schönen Orten zu verbringen!

Wir hatten das große Glück, dass wir die Ferienwohnung meines Großonkels und das Auto meiner Oma nutzen durften, um ein paar Tage an der Ostsee zu verbringen – und dazu noch mal das Glück, einen Zeitpunkt ohne großen Andrang (weil vor Ferienbeginn) und mit sehr gutem Wetter zu erwischen.

Aber diesmal will ich gar nicht so viel sagen, sondern einfach nur ein paar Bilder zeigen. Und noch ein paar Highlights in den Raum schmeißen, die auf diesen nicht zu sehen sind: Pizzaofen, Mini-Golf, Vegane Burger und ganze 4-mal Badespaß 🙂

IMG_20200621_210654
Schon am ersten Abend ganz entspannt…
IMG_20200623_121817
Der Mann und das Meer
IMG_20200621_170025
Nur einer der Balkone 😉
IMG_20200624_130756
Blick von oben…
IMG_20200624_163724
…und unten
IMG_20200625_155824
Da braucht man wohl nichts zu zu sagen
IMG_20200625_213214
Zum Abschied haben wir uns sogar mal einen Strandkorb gegönnt
IMG_20200625_213155
Tschüss, Niendorf!

Sehr viel mehr ist nicht passiert, aber das schöne am Urlaub ist ja: das muss auch gar nicht!

Ganz liebe Grüße und Sonnenstrahlwünsche,

eure Hannah

Urlaub mit Abstand für Umme

Es liegen wohl für die meisten von uns inzwischen schon viele Wochen mit immer wieder sehr ähnlichem Ablauf hinter uns. Der Lebensraum ist irgendwie kleiner geworden: Wohnung, mit Glück ein Garten, die gleichen Spazierwege, eventuell das Büro und inzwischen auch mal ein Botanischer Garten. Ich fühle mich in diesen Räumen sehr wohl und genieße weiterhin, dass durch all die Einschränkungen mehr Zeit für andere Dinge bleibt, wie künstlerische Arbeit, lesen, kochen, ausruhen. Aber vermutlich geht es nicht nur mir so, dass sich in letzter Zeit auch immer mehr Unruhe breit gemacht hat. Die Lust auf Neues, auf „Rauskommen“, auf Erlebnisse – und das gute Wetter tat sein übriges um die Sehnsucht nach Sommergefühl zu weckem. Und was fühlt sich mehr nach Sommer an als Urlaub? Aber das ist ja momentan keine ganz einfache Sache. Wie kann man Urlaub mit Abstand machen? Und dann noch für möglichst kleines Geld? Ein Ferienhaus ist für uns leider gerade nicht drin…

Wir haben unsere Antwort darauf gefunden und zwar im (legalen) wildcampen und so liegt eine schöne, dreitägige Fahrradtour durch Schleswig-Holstein hinter uns. Die Stiftung „Wildes Schleswig-Holstein“ schafft die Möglichkeit dafür und die hat uns so begeistert, dass ich sie gerne mit euch teilen möchte – vielleicht hat der eine oder die andere ja auch mal Lust diese Art zu reisen auszuprobieren! Die Website hatte ich schon vor einer Weile gefunden und nun war auch das Wetter endlich gut genug, sodass wir uns die Räder inklusive Satteltaschen und ein Pop-Up-Zelt von meinen Eltern ausgeliehen haben und dann ging es am Samstag vor Pfingsten endlich los:

1. Bergedorf – Segeberger Heide

Hardfacts: 65 km, ca. 4,5 h reine Fahrzeit

Motiviert und bei gutem Radfahr-Wetter (angenehm warm, aber bewölkt) sind wir nach einem entspannten Morgen mit den letzten Vorbereitungen gestartet. Allerdings führte uns die Strecke erst mal eine ziemlich lange Zeit durch die Stadt. Das war nicht schlimm, aber wir haben uns schon sehr auf den Moment gefreut, wenn man „aus der Stadt rauskommt“. Leider wurde aber Hamburg recht übergangslos erst zu Norderstedt und dann zu Henstedt-Ulzburg und schließlich Kaltenkirchen, aber irgendwann waren wir dann tatsächlich in der Natur. Da war der Tag schon etwas vorangeschritten – wir hatten zwei Snack- und Erholpausen eingelegt – aber auf den letzten Kilometern fühlten wir uns noch mal fast wie in Kanada: gerade, lange und leere Straßen durch den Wald. In dem war dann auch der Wildcampingplatz „Segeberger Heide“. Ich hatte mir schon Gedanken gemacht, was wir machen sollten, wenn der Platz besetzt wäre, denn laut Website ist dieser nur für 5 Zelte ausgelegt. Tja und dann waren da etwa vierzig Zelte, die sich weit in den Wald hinein verteilten. Wir waren wohl nicht die einzigen mit dieser Idee… Aber man konnte trotzdem gut Abstand halten und  ein Zelt mehr oder weniger macht den Kohl dann ja auch nicht mehr fett. Außerdem waren wir zu müde und hungrig, um noch weiter zu machen und stürzten uns erst mal auf den Couscous-Salat, den wir vorbereitet und mitgenommen hatten.

Dann (dank des Pop-Up-Zelts echt schnell) aufgebaut und noch ein kleiner Waldspaziergang und wir waren höchst bereit Schlafen zu gehen. Wir konnten nicht mal warten, bis es richtig dunkel war, zu verlockend war es, die Augen zu schließen und die erschöpften Glieder auszuruhen. Allerdings stellte sich das Schlafen dann als gar nicht so einfach heraus, weil wir die Rechnung ohne die gut gelaunten Jugendlichen in der Nähe gemacht haben. Ohropax hatten wir nicht auf dem Zettel beziehungsweise in der Tasche und so war es nicht die erholsamste Nacht…

2. Segeberger Heide – Bad Bramstedt – Barmstedt

Hardfacts: 45 km, ca. 3,5 h reine Fahrzeit

Am Morgen war uns schnell klar: wir brauchen Kaffee! Also alles wieder einpacken, nach einem kurzen Kampf mit dem störrischen Ding auch das Pop-Up-Zelt wieder klein gekriegt und zurück aufs Rad. Zum Glück war die nächste Tankstelle nicht weit weg und hatte sogar einen Außenbereich, in dem wir zusammen mit etlichen Motorradfahrern unseren ersehnten Kaffee genossen.

Als nächstes Zwischenziel hatten wir uns das Hasenmoor ausgesucht. Es war gar nicht so weit entfernt und wir folgten brav der App, aber der Weg wurde immer abenteuerlicher. Schließlich mussten wir sogar ein kleines Bächlein überqueren und dafür sämtliches Gepäck abnehmen…

Aber die Mühe hat sich gelohnt und wir wurden mit einem sehr idyllischen Plätzchen belohnt, an dem wir uns einen kleine Gemüsesnack und ein Päuschen bei wunderbarem Ausblick gönnten.

Danach ging es weiter nach Bad Bramstedt und nun war die Strecke wirklich so, wie wir uns das vorgestellt hatten: einsame Wege durch Wiesen, Wäldchen und kleine Dörfer. Langsam stieg die Temperatur, die Wolken waren verschwunden und es musste eine kleine Erfrischung her. Also haben wir in Bad Bramstedt eine Eisdiele angesteuert und uns dort mit sehr, sehr leckeren Eisbechern belohnt.

Etwas leid taten uns die beiden Rettungswagenfahrer*innen, die sich nach langem Anstehen ein Eis holten und noch beim Bezahlen zum Einsatz gerufen wurden…

In der prallen Sonne wurde es aber auch mit Eis langsam etwas zu warm und wir fuhren weiter in Richtung eines Sees, den wir auf der Karte entdeckt hatten. Und tatsächlich erwies sich dieser als sehr „bebadbar“ und zumindest einer von uns beiden hat sich im kühlen Nass erfrischt. Dann noch ein paar Kilometer weiter, an verschiedensten Kuh- und Pferdeweiden vorbei und wir waren am Tagesziel.

Die Campingmöglichkeit bei Barmstedt war etwas ganz anderes als das Massenzelten in der Segeberger Heide. Von privat angeboten war es ein kleiner, sehr liebevoll gepflegter Platz auf einer großen Wiese und es war auch nur eine andere Familie dort, die uns lustigerweise vom Vorabend wieder erkannte. Fürs Abendessen fuhren wir noch in den Ort hinein und waren die einzigen „Zum-hier-essen-Gäste“ bei einem kleinen Vietnamesen. Dann noch die letzten Sonnenstrahlen und die Ruhe genießen und endlich eine bessere Nacht.

2. Barmstedt – Kolmar – Wedel

Hardfacts: 55 km, ca. 4 h reine Fahrzeit

Durch fehlenden Schatten stieg die Temparatur im Zelt schon sehr früh ziemlich an, aber wir waren trotzdem erholter als am Morgen zuvor. Und so sind wir nach einem kleinen Frühstück aus Knäckebrot, Obst, Gemüse und Soja-Schokopudding in der Morgensonne recht früh losgekommen. Erst ging es durch verschiedene kleinere Orte und Elmshorn, aber danach waren wir wieder richtig auf dem Land und hatten schnell das Gefühl, irgendwie schon näher am Wasser zu sein. Bald hatten wir sie dann auch erreicht: die Elbe, wo es erst mal wieder einen Kaffee und etwas Wassereis gab. Damit versorgte uns ein kleiner Wagen in Kolmar, der netterweise auch einige Liegestühle aufgestellt hatte, von denen wir gerne Gebrauch machten.

Dann ging es an der Elbe gen Hamburg, immer schön am Deich lang. Allerdings mussten wir schon kurz nach Kolmar eine Zwangspause einlegen, weil wir das Pinnausperrwerk genau in der Mittagspause erreichten…

Die restliche Strecke war noch eine ganz schöne Strapaze, weil es immer wärmer wurde, am Deich natürlich nie wirklich Schatten ist und außerdem meldeten sich die bekannten Fahrradfahr-Poschmerzen und mein sporadisch auftretender, sehr unangenehmer Heuschnupfen. Aber irgendwie haben wir es dann, einen Tritt nach dem anderen noch bis nach Wedel geschafft. Danach waren auch die überteuerten und irgendwie zu kurz frittierten Pommes eine Wohltat. Das ist ja das Schöne an so einer Anstrengung: man braucht danach nicht viel, um glücklich zu sein, nur auf der Wiese sitzen ist schon super ^^

Dann sind wir in die Bahn gestiegen und haben uns nach Hause fahren lassen: erschöpft, aber glücklich. Nun schmieden wir schon wieder Pläne für die nächste Tour, mal schauen, wo wir dann so landen… Wenn jemand Lust aufs Wildcampen bekommen und noch Fragen dazu hat, sagt gerne Bescheid 🙂

Ich hoffe, ihr hattet auch ein schönes langes Wochenende und wünsche euch einen wunderbaren Juni!

Liebe Grüße, eure Hannah

 

Fasten – die große Geduldsübung

Seit etwas über einer Woche darf ich wieder essen – juhu! – und das war wirklich eine Erlösung…

Wie in meinem letzten Post angedeutet, habe ich sieben Tage Heilfasten hinter mir, über die ich euch nun ein bisschen berichten möchte. Zu Beginn erst mal eine kleine Enttäuschung: ich kann keine überschwängliche Lobeshymne über das Fasten singen, nicht berichten, dass es nach anfänglichen Schwierigkeiten ganz einfach sei und man sich ohne Hungergefühle leicht, befreit und glücklich fühle. Das habe ich von anderen gehört, aber für mich war Fasten echt schwer. Ich hatte sehr deutliche Hungergefühle und habe mich überhaupt nicht frei gefühlt dabei. Es stimmt, dass der Anfang besonders hart ist und ein paar Symptome, wie große Schlappheit, teilweise Übelkeit und Kopfschmerzen, nach ein paar Tagen weniger werden oder weg gehen. Aber das Schwierigste für mich war der Hunger, den ich sowohl körperlich, als auch mental gespürt habe und der blieb bis zum Ende. Da ich ein disziplinierte Person bin und darüber hinaus auch nicht alleine gefastet habe, habe ich es trotzdem durchgehalten, doch es war nicht schön. Ich glaube, dass es trotzdem gut war, aber einfach war es nicht.

Das war erlaubt: täglich ein Glas Saft, am besten frisch gepresst, und eine Tasse Gemüsebrühe, sowie ganz viel Tee.

Trotzdem bin ich sehr froh, dass ich es gemacht habe. Nicht nur, weil ich weiß, welche heilsamen und gesundheitsfördernden Prozesse dabei im Körper angestoßen werden, sondern weil ich dadurch eine neue Wertschätzung und Freude am Essen gefunden habe. Und die Energie, die ich während des Fastens vermisst habe, habe ich während und nach der Aufbautage dafür umso mehr bekommen. Jetzt im Nachhinein fühle ich mich leistungsstärker und fitter als vorher. Ich denke immer noch, wie während des Fastens, viel an Essen, aber nun kann ich diese Gedanken in positive Aktivität umwandeln, nämlich in vielfältiges, veganes Kochen und Backen und mit Muße.
Und das fängt bei mir mit dem Einkaufen an, was schon am Tag des Fastenbrechens richtig Spaß gemacht hat.

Allein das Aussuchen von Obst und Gemüse bereitet schon Vorfreude

Und dann geht es ans Ausprobieren! Natürlich habe ich auch schon einen guten Grundstock an leckeren Rezepten, die ich verlässlich gut hinbekomme, aber gerade jetzt ist es auch schön, sich in neue Gefilde vorzuwagen. In den Aufbautagen natürlich erst mal möglichst schonend und gesund, zum Beispiel mit Sommerrollen. Wobei uns hierbei vor allem die Füllung (frisches Gemüse, Sprossen, Nüsse, Avocado, veganer Fetakäse) und die Dips (Kokos-Mandel und Soja-Ingwer-Honig) gefallen haben, während wir auf die Reispapierhülle auch einfach hätten verzichten können. Aber Spaß hat die Rollenproduktion trotzdem gemacht 🙂

Wie immer gebe ich die Rezepte gerne weiter 😉

Und auch sonst war die Essenszubereitung gerade in den Aufbautagen immer ein Highlight und besonders Obst und Gemüse in jeglichen Varianten haben geschmeckt wie noch nie.

Inzwischen kann man sich auch wieder an etwas „ungesündere“ Gerichte wagen. Selbstgemacht und vegan war unsere gestrige Mahlzeit zwar noch lange kein Fastfood, aber natürlich in keiner Weise fett- oder kohlehydratarm: Burger mit Avocado, Tomate, veganem Käse & Mayo und karamellisierten Zwiebeln mit selbst geschnibbelten und frittierten Pommes!

 

Wie schön, wenn man Zugang zu einer Fritteuse hat. Chips haben wir auch schon gemacht 🙂

Als Nächstes möchte ich mich an veganem Käse in verschiedensten Varianten ausprobieren. Da gibt es zwar schon ein großes und teilweise sehr leckeres Angebot im Supermarkt, aber man kann auch echt tolle Sachen selber machen. Mal schauen, wie das klappt – ich werde berichten!
Einen kleinen Eindruck, was alles möglich ist, bekommt ihr nun noch von unserem heutigen Frühstück in Form von veganem Rührei. Das besteht aus angebratenem Seidentofu, mit Zwiebeln und verschiedenen Gewürzen. Dafür gibt es ein spezielles Salz, welches tatsächlich richtigten Ei-Geschmack bringt!

So kann man Feiertage doch gut begehen!

Inzwischen ziehe ich folgendes Fazit zum Fasten: Es ist eine große Herausforderung und Übungsmöglichkeit, die für mich erst im Nachhinein Gewinn bringt. Ja, während der Zeit kann man Geduld und das Aushalten unangenehmer Zustände trainieren, aber ich denke, das kann man auch gut in anderen Bereichen. Danach geht es mir nun aber sehr gut. Ich fühle mich tatsächlich leichter (und bin ich faktisch auch), energetischer und freudvoller beim Essen. Das mit dem langsamen Kauen und Rechtzeitig-mit-dem-Essen-Aufhören muss ich weiterhin lernen, da ist Fasten keine schnelle Lösung, aber viele andere Aspekte von Ernährung kann ich nun mehr und bewusster genießen.

So, und nun werde ich mich erst mal wieder entspannt in Rezeptbücher versenken und voller Freude meine Einkaufsliste für morgen schreiben.

Euch wünsche ich ein schönes, langes Wochenende mit vielen leckeren Speisen!
Liebste Grüße
eure Hannah

Freiheit durch Verzicht?

Verzicht ist momentan überall. Jeder einzelne verzichtet momentan an den verschiedensten Stellen und wir können gar nicht anders, als uns damit zu beschäftigen, Dinge nicht zu haben, Menschen nicht zu sehen, Orte nicht zu besuchen und Ereignisse nicht zu erleben. Ich denke gerade viel darüber nach und möchte ein paar Gedanken dazu mit euch teilen. Dabei ist mir eines ganz wichtig: ich entdecke gerade auch die vielen positiven Aspekte von Verzicht und trotzdem möchte ich auf keinen Fall die aktuelle Situation als „großartige Chance für persönliche Weiterentwicklung“ oder „Zeit der Selbst-Heilung“ glorifizieren, denn dazu ist die Lage einfach zu ernst und zu gefährlich für einen großen Teil der Welt und der Gesellschaft. Diese Krise so positiv zu beschreiben wird dem Leiden vieler Menschen nicht gerecht, die mit starker Einsamkeit, psychischen Problemen, Existenzängsten, Verlust von Menschen und natürlich auch der Krankheit selber zu kämpfen haben. Und wenn es sicherlich auch positive Veränderungen gibt und noch geben wird, geht so vieles gerade kaputt. Es ist eine gute Möglichkeit, sich darin zu üben, vom „Entweder-Oder“- hin zu einem „Sowohl als auch“- Denken zu kommen. Und dieser Blick, der die häufige Gleichzeitigkeit von vermeintlichen Gegensätzen – zum Beispiel Positivem und Negativem – betont, lohnt sich auch beim Thema Verzicht.

Verzicht hat in diesen Zeiten grundsätzlich kein gutes Image. Wir möchten so vieles haben, erleben, schmecken, fühlen und unsere innere Sehnsucht nach Mehr wird durch das Übermaß von Angeboten in unserer Konsumgesellschaft stets nur ein bisschen befriedigt und freudig weiter befeuert. Es gibt kleine Gegenbewegungen, gerade im Bereich der Menschen, die sich zum Beispiel für Klima- und Umweltthemen einsetzen. Aber alles, worauf man dann vielleicht bei Ernährung und materiellen Gütern verzichtet, möchte man – natürlich meist unbewusst – in anderen Bereichen „aufholen“: bei Beziehungen, bei Erlebnissen, bei Selbstverwirklichung. Wir unternehmen mehr Reisen, wir haben mehr Freunde, mehr Kultur- und Freizeitangebote als je zuvor. Jetzt ist das alles auf einmal nicht mehr zugänglich. Und für mich ist das momentan eine große Befreiung. Ich weiß, dass es da vielen anders geht, aber ich kenne auch einige Gleichgesinnte. Soviel Freizeitstress und Sozialdruck fällt auf einmal weg! Ich habe immer versucht, alle meine Lebensbereiche irgendwie unter einen Hut zu bekommen und das war meist mit enggetakteten Wochenplänen und To-Do-Listen verbunden (die und vor allem das zugehörige Abhaken ich zugegebenermaßen sehr liebe). Und ich liebe meine Freunde, bin sehr gerne unterwegs und aktiv, aber trotzdem ist es gerade irgendwie erleichternd, nichts zu müssen, weil man nämlich gar nicht könnte. Natürlich muss ich auch sonst nichts, aber die unzähligen Möglichkeiten können trotzdem Stress erzeugen, denn zumindest muss man dann Entscheiden, Absagen, Verpassen und das kostet Energie. Gerade genieße ich einfach diese Angebotsarmut (in der realen Welt, in der virtuellen Welt gibt es wohl mehr Angebote denn je), aber ich frage mich auch, was ich daraus für die Nach-Corona-Zeit lernen kann.

Vielleicht ist es wie mit dem Fasten von Essen? Heute starte ich in eine Woche Heilfasten, in der es für mich nur Brühe, Saft und Tee geben wird. Ich weiß noch gar nicht, was mich erwartet, habe aber sehr viele gute Berichte darüber gehört. Und ich weiß, dass ich mein Essverhalten verändern möchte. Zwar bin ich durch die Fastenzeit vor Ostern, in der ich mich das erste Mal komplett vegan ernährt habe schon deutlich bewusster, WAS ich esse, aber häufig noch nicht WIE. Das heißt, ich esse zu viel und zu schnell, ich kaue nicht richtig und esse immer wieder zwischen den Mahlzeiten und vor dem Laptop. Ich habe wenig Gefühl für Hunger und Sattsein, meistens empfinde ich nur Appetit und dann Völlegefühl. Durch diese Fastentage erhoffe ich mir, bewusster mit meiner Nahrungsaufnahme umzugehen. So viel zu essen wie nötig und auf gesunde Art und Weise. Vielleicht kann ich mir ja durch diese Zeit der Kontaktbeschränkung auch eine größere Achtsamkeit für die soziale „Reizaufnahme“ schaffen. Also Sozial- und Freizeitaktivitäten bewusster zu wählen- was tut mir gut? Was ist mir wichtig und was nicht? Was ist gerade zu viel? Wo erfülle ich nur (vermutete?) Erwartungen?
Ich habe die Hoffnung, dass es in dem Wissen, bewusst und begründet die Dinge auszuwählen, die man tut, auch einfacher ist, entspannt und ohne schlechtes Gewissen oder FOMO („Fear of Missing Out“) auf all die anderen möglichen Aktivitäten zu verzichten. Und ich weiß: gute Freunde haben Verständnis, wenn man mal etwas absagen muss – manchmal sind sie sogar selber auch erleichtert, weil sie einen ähnlich vollen Terminplan haben.

Nun werde ich mir erst mal in Ruhe meine Liste von Dingen anschauen, die man in der Quarantäne ja „endlich mal machen könnte“ und bewusst einiges davon streichen 😉 Denn ich glaube, bei Verzicht ist es wie bei vielem anderen: Übung macht den Meister!

Worauf verzichtet ihr gerade gerne? Und was wollt ihr euch aus dieser Zeit für die Zukunft bewahren?

Ich wünsche euch alles Gute und hoffentlich die Möglichkeit, ein paar Sonnenstrahlen zu genießen!

Gegessen wird immer II

Eigentlich sollte dieses Vakuum an sozialen Verpflichtungen ja kreative Ausbrüche zur Folge haben. Die lassen aber momentan leider noch etwas auf sich warten. Mein Körper beschäftigt sich lieber mit diversen anderen Mätzchen, die man neben Corona halt so haben kann. Und daneben besteht mein Alltag vor allem aus drei, oder nein vier Dingen: Zur Arbeit fahren (mit dem Rad natürlich), mich von der Arbeit erholen (am liebsten mit einer bestimmten Person bei unserem ambitionierten Vorhaben alle Filme des Marvel Cinematic Universe in chronologischer Reihenfolge zu gucken), Spazierengehen und ESSEN! Das genieße ich wirklich: Zeit zu haben, mich in den veganen Kochkünsten weiterzubilden. Und um euch nicht nur hungrig, sondern vielleicht auch inspiriert zurück zu lassen, seht ihr nun hier ein paar ausgewählte Bilder von leckeren Mahlzeiten. Zugegeben, die sind nicht alle in den letzten zwei Wochen entstanden, aber lecker war’s trotzdem immer 🙂

img_20200320_203123
Dreierlei Hummus
img_20191224_200723
Gefüllte Auberginen
img_20191109_122248
Und die restlichen Granatapfelkerne einfach aufs Müsli!
img_20190910_142932
Besonders gerne mag ich „Veggie-Bowls“ mit ganz unterschiedlichen Zutaten
mvimg_20190813_160524
Und Lauchsuppe geht natürlich immer & auch gut vegan!

Und wenn man sich für einen Verdauungsspaziergang dann noch mal aus dem Haus wagt, empfehle ich den Kiez. Denn die Leere Freiheit ist wirklich ein Erlebnis…

img_20200327_205139img_20200327_205240

img_20200327_210312
So kommt man als Frau sogar mal in die Herbertstraße…

So, nun habe ich Hunger und muss mir was zu essen suchen. Falls ihr Rezepttips braucht, sagt Bescheid!

Alles Liebe, eure Hannah

An das „draußen“

Alles ist anders. Auf einmal hat sich für die meisten von uns das gesamte Alltagsleben komplett verändert. Bis vor Kurzem habe ich meine St.-Pauli-Wohnung genossen, war in Cafés und Bars, auf Partys und bei Freunden. Bin mit S- und U-Bahn durch die Gegend gegondelt und hatte eine Woche voller Termine und Verabredungen. Die große Frage war immer, wie ich all das, was ich tun möchte, unter einen Hut bekomme. Das ist sie irgendwie noch immer, aber unter komplett anderen Vorzeichen. Ich wohne momentan bei meinem Freund in Bergedorf, von wo ich in kurzer Zeit mit dem Fahrrad das Büro erreiche, in welchem ich dann alleine mit meinen Akten und dem Telefon sitze. Danach fahre ich mit dem Fahrrad wieder zurück. Das war es dann mit den Außer-Haus-Terminen. Ansonsten stehen momentan vor allem Skype- und Telefondates auf dem Zettel, sowie meine verschiedenen eigenen Projekte. Und all das „wofür man sich jetzt ja endlich mal Zeit nehmen könnte“. Aber die Liste ist so lang, dass ich nicht recht weiß, wo ich anfangen soll. Dazu kommt, dass mich die Situation und die täglichen Nachrichten und Analysen gedanklich und emotional so beschäftigen, dass ich, vor allem nach einem Bürotag, körperlich und geistig ziemlich erschlagen bin. Wie geht es weiter? Wie gestalte ich diese neue Lebensweise? Und wie lange wird dieser Zustand anhalten? Ergibt es mehr Sinn, sich völlig auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren oder sich doch schon mal mit dem Gedanken zu beschäftigen, dass es noch für mehrere Monate so weitergehen kann? Denn das hätte für meine Lebens- und Arbeitsgestaltung doch sehr unterschiedliche Auswirkungen.

Ich weiß nicht, ob es euch auch so geht. Vielleicht habt ihr noch ganz andere Sorgen, vielen geht es deutlich schlechter als mir. All die Menschen, die um ihren Job und ihre Existenz bangen oder die in dieser Situation völlig überarbeitet sind, weil sie in Krankenhäusern und Supermärkten den Laden am Laufen halten oder unsere Post bringen und den Müll abholen, während wir in unseren Wohnungen sitzen. Aber natürlich besonders die Leute, die den Risikogruppen angehören und ernsthaft um ihre Gesundheit oder sogar ihr Leben bangen müssen. Und wenn man sich in dieser Situation auf der Flucht befindet und kein Zuhause mehr hat, in welches man sich schützend zurückziehen kann, ist das ein Leid und eine Angst, die sich wohl keiner von uns ausmalen kann. Diese Menschen haben mein tiefstes Mitgefühl! (Und wenn jemand weiß, was ich hier persönlich tun kann, bin ich sehr dankbar für Hinweise und Ideen)

In manchen Momenten trauere ich um all das, was gerade kaputt geht. Um alles, ganz egal ob kleine Unternehmen, große Träume oder im schlimmsten Fall Familien durch den Verlust eines Menschen. Leiden zu vergleichen ist niemals konstruktiv und wird all den einzelnen Schicksalen nicht gerecht. Es fällt mir schwer, Worte zu finden, die niemandes Probleme klein reden, aber trotzdem ein Bewusstsein für all die verschiedenen Facetten dieser Krise schaffen. Wenn ich sage, wir sitzen alle in einem Boot, meine ich nicht, dass für manche Leute die Auswirkungen nicht um ein vielfaches gravierender sind als für andere. Aber trotzdem stecken wir hier alle zusammen drin. Wir müssen alle mit diesen Veränderungen umgehen und wir sind alle betroffen, besonders in dem Sinne, dass wir alle etwas tun können. Ich möchte mich in diesen Zeiten darin üben, nicht auf das zu schauen, was ich gerade vielleicht nicht mehr habe oder verliere, sondern auf das, was ich geben kann. Und da gibt es neben #staythefuckhome noch einiges mehr. Ich möchte jetzt nicht all die guten Dinge aufzählen, die man mit seinem Geld, seiner Zeit, seiner Kraft und auch seinem Gebet tun kann. Wenn man etwas tun möchte, gibt es auf anderen Kanälen schon genug Ideen dazu. Ich möchte anbieten, was ich zu geben habe und ich glaube, dass das jetzt in erster Linie meine Ohren und meine Worte sind. Meine Worte und meine Texte um vielleicht dem ein oder anderen ein bisschen Abwechslung und Unterhaltung zu verschaffen – zum Beispiel hier durch Blogartikel, aber auch durch weitere Live-Stream-Konzerte auf meinem Instagram-Kanal. Und besonders auch meine Ohren, für all die Leute, die Redebedarf haben und besonders unter der Isolation und Unsicherheit leiden. Wenn das bei euch der Fall ist, meldet euch gerne! Ich weiß, dass es für manche nicht leicht ist, sowas einzufordern, daher nehme ich mir vor, da selber ab sofort proaktiver zu sein.

In diesem Sinne freue ich mich, mit euch ins Gespräch zu kommen: Wie geht es euch? Was beherrscht eure Gedanken? Was fehlt euch besonders? Aber was zieht ihr vielleicht auch Positives aus der Situation?

Und nun abschließend zur Ablenkung und zum In-die-Ferne-Träumen noch ein kleiner Mix aus Bildern der letzten Monate und ein Gedanke, der mich in manchen Momenten sehr tröstet: Die Natur atmet auf. Bei all dem was verloren geht, unsere Erde wird durch den Stillstand vielleicht ein bisschen geheilt.

img_20191230_145715

img_20191230_145707
In der Ferne: meine geliebte Nordsee

img_20191120_161512

img_20191120_161208

img_20191119_154129-effects
Aber die Ostsee ist auch ganz nett 🙂

img_20191119_124419

img_20191119_123448
Ich sende euch Liebe!

 

Marmor, Stein und Perlen

Manchmal hat man ja das Glück, dass ein Termin kurzfristig abgesagt wird und man auf einmal zwei, drei Stunden Zeit geschenkt bekommt. Mir ist das neulich passiert, als gerade ganz herrlich die Sonne schien und mich zu einem spontanen Spaziergang einlud. Auf diesem hat Hamburg sich mal wieder von seiner Schokoladenseite gezeigt und ich dachte, es ist mal wieder Zeit für einen kleinen Lobgesang auf diese Stadt.

So sauber und leer kann der Kiez sein:

img_20200205_123349img_20200205_123531img_20200205_124223

Hier sehen Sie die beste Music-Location Hamburgs. Dahinter die Elphie.

img_20200205_125829img_20191014_214842

In meiner Straße ist es besonders schön, das fand nicht nur John Lennon, der eine Foto von sich vor der Nachbarstür als Albumcover auswählte, sondern auch andere Musiker und Künstler. So sehr, dass sogar ein paar davon ein Liedchen über die Wohlwillstraße verfasst haben! Ich fühle mich hier auch pudelwohl, nicht nur in meiner gemütlichen Wohnung, sondern auch, weil so viele schöne Orte fußläufig zu erreichen sind.

img_20190720_125951
Na, erkennt ihr, wo das ist?
mvimg_20190811_200520
Schön, wenn man Freunde mit Dachzugang hat…
mvimg_20190814_210146
Blick vom „Park Fiction“

 

Und es gibt noch so viel mehr sehenswerte Ecken! Selbst die auf den ersten Blick nicht ganz so hübschen Gegenden können durch ein paar gekonnte Wolkenstriche über den Abendhimmel ein wunderbarer Anblick werden.

img_20191222_082409mvimg_20190811_211035

Aber jetzt muss ich Schluss machen, denn der Himmel ist so blau, dass ich wieder rausgehen will! Habt einen wunderbaren Tag 🙂

img_20200311_111220

 

Immer wieder neu

Ich liebe Anfänge! Neue Projekte, Orte, Ziele begeistern mich. Gerne nehme ich mir Dinge vor und starte mit viel Motivation. Nicht immer hält diese lange genug, um ein Projekt bis zum Ende zu führen, doch wenn es der richtige Moment ist, kann ich mit dieser Energie Dinge schaffen, auf die ich wirklich stolz bin. Als Künstlerin ist es mir wichtig, mich immer wieder zu hinterfragen und neu aufzustellen, mich quasi auf den neusten Stand meiner selbst zu aktualisieren. Mit Hilfe von Menschen und Büchern versuche ich konsequent darin zu bleiben, mich zu verändern und zu entwickeln. Oft sind solche kleinen „Generalüberholungen“ und Neuanfänge die Konsequenz einer Krise. Vor Kurzem bin ich wieder mal in eine solche geraten, nicht ganz so tief wie vergangenen Sommer, aber auch sehr produktiv. Letzten Sommer war meine Krise nicht nur auf meine Arbeit als Künstlerin bezogen, sondern auf mehrere Lebensbereiche gleichzeitig: meine Arbeit, meine Identität, meinen Glauben. Daraus ist sehr vieles gewachsen – das würde hier den Rahmen sprengen – und ich bin sehr dankbar, was ich dadurch alles lernen und neu beginnen durfte. Die etwas kleinere Krise, die mich nun kurz nach Beginn dieses neuen Jahres ereilt hat, hat mir zwar nicht ganz so tiefgehende, aber auch sehr bedeutsame Impulse für meine Arbeit und mein Selbstverständnis als Künstlerin gegeben. An dieser Stelle möchte ich nicht den Prozess erzählen (wen das interessiert, darf mich gerne auf einen Kaffee einladen), aber euch ein bisschen an den Schlussfolgerungen teilhaben lassen.

  1. Ich bin freischaffende Künstlerin. In Zukunft möchte ich mich nicht mehr auf die Berufsbezeichnung Schauspielerin einschränken, denn ich bin auch Autorin, Sängerin und Komponistin und wer weiß was noch alles. Ich habe mich schon immer als Tausendsassa empfunden und möchte bewusst meine gesamte künstlerische Arbeit in meiner Berufsbezeichnung ausdrücken und damit auch mein Verständnis von Erfolg von kommerziellen Bühnenengagements abkoppeln.
  2. Im Mittelpunkt steht für mich die Arbeit mit Worten, egal ob Songwriting und Theaterstücke oder Andachten und ermutigende Worte für die Menschen in meinem Leben. In diesem Zug ist es mir wichtig, diesen Blog wieder etwas zu beleben, um auch meine eigene Schreibpraxis zu festigen und weiter zu entwickeln. Ich mache keine Versprechungen mehr ob der Regelmäßigkeit von Artikeln, aber ich habe schon ein paar vorbereitet, die ich in der kommenden Zeit mit euch teilen werde.
  3. Ich habe kein Zeitdruck, denn ich muss nichts mehr „werden“ – ich bin es schon. Daher möchte ich mit Muße und Freude meine verschiedenen Projekte angehen und mich immer wieder daran erinnern, dass es keinen Anschluss zu verpassen gibt und mir nichts davon läuft.

In dem Sinne wünsche ich euch viel Freude mit meinen kommenden Texten und freue mich auf eure Gedanken zu dem Thema! Wie steht ihr zu Neuanfängen? Welche Dinge wollt ihr mit mehr Muße und weniger Druck angehen? Ich bin gespannt!
Hier zum Abschluss ein kleiner Eindruck von einem meiner Projekte, welches mir große Freude bereitet:

IMG_8214
Mein erstes öffentliches Konzert als HannahLampion!

 

IMG_8139
Zum Glück mit ein bisschen Unterstützung

 

IMG_8259
Es hat Spaß gemacht…

 

IMG_8183
…war aber auch sehr aufregend

Vielen Dank für eure Zeit!

Liebe Grüße, Hannah

Was zuvor geschah…

Kaum zu glauben, ich schreibe tatsächlich mal wieder einen Blog-Artikel! Die Schreibpause war nun doch etwas länger als vorher angenommen, was ich eigentlich sehr schade finde, aber das Leben lässt sich eben manchmal sehr ungern planen. Und wenn man erst mal eine Weile nichts geschrieben hat, ist es gar nicht so leicht, sich wieder ranzusetzen, auch wenn es viel zu berichten gäbe. Beziehungsweise ist das eigentlich genau das Problem: wo soll man anfangen zu erzählen? Daher mache ich hier jetzt einfach mal einen geschmeidigen Rundumschlag um das letzte halbe Jahr. Also: Schnallt euch an, haltet euch fest und los geht’s!

Als Erstes ging es im Herbst auf die Vorsprechtour der SiegelträgerInnen des Verbands deutschsprachiger privater Schauspielschulen. Zwölf AbsolventInnen von Schauspielschulen im ganzen Land haben nach einer Prüfung das Exzellenzsiegel erhalten und zusammen sind wir in sechs deutschen Städten gewesen, um uns mit unseren Rollen Intendanten, Agenten und Castern zu zeigen. Es war eine anstrengende, spaßige, erfahrungsreiche und unvergessliche Reise mit tollen KollegInnen auf den unterschiedlichsten Bühnen.

 

Im Dezember gingen dann die Proben für mein erstes richtiges Theaterengagement los. Am Hoftheater Ottensen durfte ich die Rosenrot in der Kindermusicalproduktion „Schneeweißchen und Rosenrot“ spielen. Besonders durch meine lieben Kollegen war das eine ganz tolle Arbeit und hat bis zum Ende wirklich Spaß gemacht. Ich habe sehr viel dazu gelernt und Motivation und Bestätigung für diesen nicht gerade leichten Berufs- und Lebensweg mitgenommen.

Und manchmal bringen Stammgäste selbstgebackene Kekse für die Darsteller mit 🙂

 

Denn zu besagtem Berufsweg gehört auch das ständige Vorsprechen, Sich-Kritik-Aussetzen und Selbst-Vermarkten. So habe ich gestern gerade mein zehntes Vorsprechen für diese Saison absolviert. Meine Reisen haben mich schon in die verschiedensten Winkel Deutschlands geführt – vom Bodensee bis ins Erzgebirge, von Oberfranken bis Ruhrgebiet. Und ich habe wirklich ganz unterschiedliche Theater, Vorsprechsituationen und Menschen kennen gelernt: super freundlich und individuell, sowie relativ knapp-gehaltene Massenabfertigungen bis hin zu Überschüttung mit harscher Kritik und Arroganz.

Mal viel Platz, mal wenig, mal alleine, mal mit zehn anderen in der Garderobe
Mal mit Ukulele, mal mit Gitarre, mal mit Pianist, mal mit Playback
Manchmal muss man sogar andere Sprachen lernen, um sich am Vorsprech-Ort zu verständigen ^^
Das wichtigste: die Belohnung danach!

Doch nicht nur das Theater hat mich gut in Atem gehalten, auch vor der Kamera gibt viel zu tun und zu lernen. So habe ich ein Showreel gedreht, verschiedenste Camera-Acting-Workshops gemacht, E-Castings erstellt und auch wieder bei einem kleinen Kurzfilm mitgemacht. Da dieser noch nicht veröffentlicht ist, darf ich nicht zu viel verraten, nur so viel: Ich spiele mal wieder eine böse Geschäftsfrau, die dem Helden das Leben schwer macht. Hier ein paar Impressionen aus meiner bisherigen Kameraarbeit:

 

Aber es gibt ja auch noch ein Leben neben der Schauspielerei und so habe ich in den letzten Monaten sehr viel Schönes erlebt, Städte und Menschen besucht, Natur genossen, Feste gefeiert und Erfahrungen gesammelt. Aber das alles jetzt noch auszuführen würde den Rahmen sprengen. Daher hier einfach noch ein Kessel Buntes mit dem ich euch ein schönes Wochenende wünsche und hoffe, dass der nächste Blogartikel nicht wieder so lange auf sich warten lässt 😉

Macht es gut, ihr Lieben!
Eure Hannah

Mein erstes Mal in einem Box-Hotel – Leben auf 4 Quadratmetern
Regen in Berlin
Bach besuchen
Yoko Ono besuchen
Aber bei all den Reisen außer Frage: mein Herz hängt an der Elbperle!
oder Alsterperle 😉
Für meine neue Hood…
Bleibt sauber!

Lebenszeichen

Ihr Lieben,

nun habe ich schon mehrere Wochen in meinem Kalender stehen, dass ich den nächsten Blogeintrag über meine Reise schreiben möchte, aber ich komme einfach nicht dazu. Momentan ist sehr viel los bei mir und ich bin viel unterwegs. Unter anderem freue ich mich sehr, dass ich mit dem Exzellenz-Siegel des Verbandes deutscher privater Schauspielschulen ausgezeichnet wurde (Infos dazu gibt es hier) und in diesem Rahmen an einer Reihe von Intendantenvorsprechen in ganz Deutschland teilnehmen kann. Daher werde ich auch in den nächsten Wochen nicht die Ruhe haben, euch von den nächsten Etappen des Franzikuswegs zu erzählen.

Damit die Wartezeit nicht zu lang wird, habe ich aber trotzdem ein bisschen was zum Anschauen mitgebracht 🙂 Vor einer Weile habe ich ein tolles Fotoshooting mit der Fotografin Tanja Hall gemacht und nun habe ich die Ergebnisse bekommen. Das war ein wirklich schöner Tag und ich freue mich sehr über die Fotos, die dabei entstanden sind!

In dem Sinne wünsche ich euch viel Freude beim Stöbern und einen schönen Feiertag!