Die Seele geht zu Fuß

Eigentlich ist es immer noch zu früh für ein Fazit, beziehungsweise bin ich seit der 48-Stunden-langen Rückreise noch gar nicht so richtig zum Nachdenken gekommen, weil nach der Überwindung des Jetlag erst mal direkt zwei Auftritte absolviert, neue Förderanträge gestellt und viele Menschen wieder gesehen werden wollten. Und so ist man dann schnell wieder mitten drin im „normalen“ Leben und auf einmal wirkt die Reise schon ganz fern. Natürlich kommen aber immer wieder Erinnerungen und angefangene Gedanken hoch und es wird noch eine ganze Weile dauern, bis sich so richtig gesetzt hat, was wir da alles so erlebt haben in den letzten Monaten.

Als eine Art persönliches „Reise-Debriefing“ versuche ich erst mal kurz und knapp zusammen zu fassen, was wir in den vergangenen Monaten gelernt oder zum ersten Mal ausprobiert haben:

  • Tauchen als SSI-lizenzierte Open Water Diver inklusive Walhaie und Mantarochen sehen sowie ein Schiffswrack durchtauchen (an dieser Stelle noch mal ganz lieben Dank an alle, die das möglich gemacht haben!) 
  • Motorrad fahren (Tim) 
  • Motorroller fahren (Hannah) 
  • Sri Lankisch Kochen
  • Dorian Frucht probieren (Hannah) 
  • „Hallo“ und „Danke“ auf Koreanisch, „vegetarisch“ auf Vietnamesische sagen  (obwohl wir vielleicht auch oft aus Versehen „Brand/es brennt“ gesagt haben. Das eine heißt „chay“, das andere „cháy“…) 
  • Elefanten streicheln und füttern
  • Blutegel wegschnipsen
  • Von einem Drückerfisch angegriffen werden (Tim)   
  • Einen Geysir benutzen (Wasserschlauch, der in Südostasien anstelle von Klopapier genutzt wird) 
  • In einer 12,75 °C kalten Quelle schwimmen (Tim) 
  • Die EU zu Fuß verlassen
  • In einem LKW mitfahren 
  • Mit einem Nachtzug fahren
  • Auf einer indischen Hausparty feiern
  • Einen Sidecut bekommen (Hannah) 
  • Einen Sidecut schneiden (Tim)
  • Per Taxi in der Nacht zwei Stunden von einem Flughafen zu einem anderen 
  • In einem Flughafen übernachten
  • Allein, zu Fuß und mit Zelt einen Nationalpark durchqueren  (Tim) 
  • Schmiergeld bezahlen
  • Schmiergeld nicht bezahlen
  • In einem Baumhaus schlafen 
  • In einem koreanisches Badehaus schwitzen

Soweit erst mal für heute, alle tiefergehenden Gedanken brauchen wohl noch etwas Zeit. Aber zum Glück sehen wir die meisten von euch ja bald schon live und in Farbe wieder, manches kann man dann eben auch besser persönlich erzählen. Um aber die fotografische Dokumentation der Reise erst mal zu einem Abschluss zu bringen, folgen gleich noch ein paar letzte Eindrücke aus Seoul und von der Rückreise.

Viel Spaß damit und ganz vielen Dank, dass ihr unseren Blog so treu verfolgt habt! Es hat viel Spaß gemacht ihn zu gestalten und mitzubekommen, dass er gelesen wird 🙂

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende, Hannah & Tim

Wir mussten doch auch noch mal auf den Bukhansan wandern, dem größten Berg von Seoul!
Ein beliebtes Ausflugsziel – zurecht!
Bei gutem Wetter kann man von hier wohl Nordkorea sehen…
Und wir waren auch noch in anderen städtischen Parks zum Spazieren
Alle natürlich wieder top mit Toiletten ausgestattet!
Kimchi wird hier wohl öfter ausgeführt…
Byebye, Seoul!
Hello Europe!

Easy Hiking

Nachdem wir nun monatelang Zelt, Isomatten und Schlafsäcke durch die Gegend geschleppt und seit der Türkei nicht mehr benutzt haben, waren wir mit Südkorea nun endlich am idealen Ort für ein bisschen Trekking. Hier ist Wandern und Campen nämlich Volkssport und nicht nur die Bevölkerung ist dafür top ausgerüstet und meist mit neustem, schicken Equipment unterwegs, sondern auch die Infrastruktur macht es einem leicht, das Land zu Fuß zu erkunden. Außerdem wird Wildcampen fast überall geduldet, was unserer Reisekasse natürlich entgegen kommt. Uns war schon häufig die Insel Jeju empfohlen worden und da die praktischerweise einen gut ausgebauten Rundweg – den Jeju Olle Trail – hat, haben wir uns entschieden, den Großteil unserer restlichen Zeit dort zu verbringen.

Wir waren mit dem Schiff nach Jeju-si im Norden der Insel gefahren und nachdem wir dort eine Nacht verbracht und einen Teil des Gepäcks eingelagert hatten, sind wir mit dem Bus an die Südküste gefahren, um kurz vor Seogwipo den Weg zu starten und gen Westen zu laufen. Der erste Tag war leider sehr verregnet, aber immerhin war es nicht kalt und wir sind trotzdem tapfer unsere erste Etappe gelaufen. Für die Nacht konnten wir unser Zelt zum Glück unter einem der zahlreichen Holz-Pavillons entlang der Strecke aufbauen, sodass wir uns wettertechnisch keine Sorgen machen mussten.

Ab und zu ein bisschen Farbe im grau
Die Aussicht am ersten Abend

Aber die Nacht blieb dann zum Glück sowieso trocken und auch der nächste Tag bescherte endlich richtig gutes Wander-Wetter: nicht zu kalt, nicht zu warm und durchweg trocken. Da konnten wir dann den Weg wirklich genießen, der tatsächlich sehr gut ausgeschildert und einfach zu laufen ist – teilweise sogar für Rollstuhl-Fahrende geeignet. Also war es keine sportliche Herausforderung, aber mit den immer noch schweren Rucksäcken trotzdem anstrengend genug und wir lagen abends stets sehr kaputt im Zelt…

Der Weg führt auch immer wieder an Sehenswürdigkeiten oder historischen Stätten vorbei – es gibt viel zu entdecken

Als es zwischendrin dann doch mal wieder regnete, haben wir kurzerhand einen Pausentag eingelegt und ein koreanisches Badehaus mit kohlensäurehaltigen, heißen Quellen besucht. Da haben wir dann einen Nachmittag lang ordentlich geschwitzt und gebadet. Das war auch ganz gut so, denn es gibt auf der Strecke sehr viele öffentliche Toiletten, aber keine öffentlichen Duschen…

Der vulkanische Ursprung Jejus ist nicht zu übersehen
Wieder einen Pavillon gefunden! Und tatsächlich, es scheint hier wirklich niemand was gegen Wildcamper zu haben

Die meiste Zeit sind wir an der Küste entlang gelaufen, nur am vorletzten Wandertag ging es vermehrt durch Waldgebiete – eine schöne Abwechslung! Nur haben wir da leider keinen der bisher genutzten Pavillons gefunden und stattdessen auf einer Wiese gezeltet. Das war zwar auch ganz idyllisch, aber am nächsten Morgen war das Außenzelt voller Zecken. Zum Glück sind wir verschont geblieben und haben auch das Zelt wieder „sauber“ gekriegt, aber das war trotzdem kein schönes Erwachen…

Bevor es wieder auf die Fähre ging, dieses Mal Richtung Mokpo am Westzipfel des Landes, haben wir noch eine letzte Tageswanderung von Jeju-si aus gemacht. Dies mal ganz ohne Gepäck – was für ein Genuss! Dabei sind wir dann allerdings doch noch meiner größten Angst begegnet: einer Schlange. Zum Glück hat ein entgegenkommendes Pärchen sie jedoch schon vor uns gesehen und wir waren durch ihre erschrockene Reaktion gewarnt. So konnten wir Abstand halten und sie in einiger Entfernung vorbei schlängeln lassen. Trotzdem war mein Puls auf 180…

Nun sind wir wieder in Seoul und genießen unsere letzten Tage hier, schon ganz bald geht es für uns zurück nach Hause. Mal schauen, wie das so wird nach diesen aufregenden, anstrengenden, erlebnisreichen Monaten… Ich werde mich sicher noch mal melden und ein paar abschließende Gedanken zur Reise und zum Nach-Hause-Kommen mit euch Teilen, also schaut gerne noch mal vorbei!

Bis dahin ein schönes Wochenende und bis ganz bald, Hannah & Tim

Busan, Baby!

Ich hänge etwas hinterher mit dem Blog schreiben, inzwischen sind wir schon gar nicht mehr in Busan, aber ich möchte trotzdem noch kurz davon berichten. Busan, die zweitgrößte Metropole Südkoreas, ist eine Hafenstadt am süd-östlichen Zipfel des Landes und hat direkt ein paar Hamburg-Gefühle bei uns ausgelöst. Busan hat zwar fast doppelt so viele Einwohner*innen und zudem einige große, grüne Hügel, die das Stadtbild prägen, aber trotzdem fühlte es sich sehr vertraut an, durch die Hafengegend zu spazieren, mal wieder Seeluft zu schnuppern und Schiffe zu sehen.

Die erwähnten Hügel, die felsige Küste und viele kleine Inseln laden zu Spaziergängen und Wanderungen ein und so waren wir auf dem Igidae und Jeoryeong Coastal Walk, der Insel Hadan-Dong und im Teahjongdae Park.

Das da hinten ist immer noch Busan, auch wenn der Großteil der Stadt eigentlich in unserem Rücken liegt bei dieser Perspektive.
Das Wetter war zwar wechselhaft, aber hat uns auch immer wieder schön sonnige Momente beschert

Eine nette Sehenswürdigkeit ist auch der bunte Ortsteil „Gamcheon“, der mit vielfarbigen und verschachtelten Häusern und Dächern aufwartet. Da gibt es viele kleine Sachen zu entdecken und man kann unzählige Fotos schießen. Hier nur eine kleine Auswahl…

Stair to see stars – nicht etwa die Sterne im Himmel, sondern die, die man vor Augen sieht, wenn man mit schwerer Last nach 148 Stufen oben angekommen ist…

Ein auch sehr buntes, kulturelles Erlebnis hatten wir dann noch bei Buddhas Geburtstag im Beomeosa Tempel. Wie schon bei dem Fest in Seoul war auch hier der gesamte Tempel mit verschiedensten bunten Laternen und daran gehängten Wunschkarten geschmückt. Dann gab es eine Zeremonie, die uns fast an einen Weihnachtsgottesdienst erinnert hat: Grußworte wichtiger Menschen, eine Art Predigt, gemeinsame Lieder und ein Kinderchor mit leuchtenden Sternen. Der Höhepunkt war dann schließlich das Einschalten all der Lampions nach Sonnenuntergang.

Tja, und wie es sich in einer Hafenstadt gehört, sind wir dann schließlich auch an Bord eines Schiffes gegangen: die MS New Star auf die Insel Jeju. Abends um sieben ging es mit den letzten Sonnenstrahlen los und mit dem nächsten Tageslicht waren wir auch schon da. Wir hatten die günstigste Klasse gewählt, in der man nur eine dünne Matratze und Decke in einem großen Raum für bis zu acht Personen bekommt. Da wir allerdings die einzigen dort waren, war es trotzdem sehr gemütlich und wir konnten gut und ruhig schlafen.

War dann doch recht frisch an Deck…
Tschüss, Busan!

Nun sind wir also auf der bei Koreaner*innen sehr beliebten Urlaubs- und Honeymoon-Insel und wandern den Jeju Olle Trail. Aber davon dann beim nächsten Mal…

Ganz liebe Grüße und ein schönes Wochenende, Hannah & Tim

Seoul, Sister!

Nun also Südkorea. Wie schon im letzten Blogpost angeklungen ist, fühlen wir uns sehr wohl hier. Uns ist aufgefallen, dass wir bei jedem neuen Land begeistert beschrieben haben, warum dieses Land angenehmer und entspannter ist als das vorherige und es fühlte sich auch jedes Mal wirklich so an! Aber hier ist es nochmal ein anderes Level. Die Leute sind höflich und in der Öffentlichkeit eher ruhig und zurückhaltend, was zum Beispiel Bahn- und Busfahren sehr angenehm macht. Es gibt breite, gut ausgebaute Fußwege, geordneten Verkehr (Huch, wir müssen auf einmal wieder Ampeln benutzen und uns nicht einfach irgendwie zwischen Fahrzeugen hindurch schlängeln…) und generell ist alles sehr sauber. Hier liegt wirklich nirgendwo Müll! Außerdem ist das Stadtleben einfach gut organisiert. Super Nahverkehr (die wieder aufladbare T-money Card mit der man Bus und Bahn bezahlt gilt überall im Land – wie praktisch ist das denn?), viele gute öffentliche Toiletten (überall Klopapier vorhanden und man darf es sogar wieder in die Toilette entsorgen!), zahlreiche kostenlose PCR-Teststationen, tolle Parkanlagen und beispielsweise allgegenwärtige Blindenleitsysteme. Natürlich mag das auf dem Land ganz anders aussehen, aber in Seoul und Busan hat man echt das Gefühl, dass das Südkorea uns in so einigem etwas voraus ist.
Allerdings darf man natürlich auch nicht vergessen, dass dem Ganzen eine extreme Leistungsgesellschaft mit aus meiner Sicht ungesunder Arbeits“moral“ zugrunde liegt und der Wohlstand auf dem Rücken einer großen Gruppe unterbezahlter Lohnarbeiter*innen aufgebaut ist. Bis zu dem Punkt, dass Paketboten hier schon durch Überarbeitung in 16-Stunden-Schichten gestorben sind.
Und mit wenig Geld hier zu leben muss ganz schön heftig sein. Auch für uns waren die Preise wie schon beschrieben ein ganz schöner Schreck – besonders nach Südostasien. Vor allem für Essen, Unterkünfte und Transport gibt man wirklich deutlich mehr Geld aus, für das meiste sogar mehr als in Deutschland. Wir essen also gerade viel Müsli und Instantnudeln, die man sich aber zum Glück in den zahlreichen Convenience Stores auch direkt zubereiten kann.

Die Läden sind gut ausgerüstet mit Mikrowellen, Wasserkochern und Mülleimern, die nach Plastik, Abfall und Essensresten getrennt sind.

Aber nun wieder zu den schönen Seiten! Was haben wir so erlebt bisher?
Erst mal sind wir vor allem wieder viel herumgelaufen. Das können wir gerade noch mal besonders genießen, weil hier Anfang Mai die Maskenpflicht im Freien aufgehoben wurde, die in Indien, auf den Malediven, Sri Lanka, in Kambodscha und Vietnam noch bestand. Wir hatten sie natürlich immer mal wieder auch ignoriert, aber nun kann man ganz ohne schlechtes Gewissen oder Angst vor Strafgebühren wieder frei im Gesicht spazieren gehen 🙂
So haben wir schon einige Touri-Highlights abgeklapptert, aber auch ein paar ganz „authentische“ Aktivitäten unternommen, aber seht selbst:

Erst mal zum Kaiserpalast mit seiner farbenfrohen Garde…
…und in das bekannte Bukchon Hanok Village mit seinen alten Häusern. Dort laufen Aufpasser*innen rum, die dafür sorgen, dass die Touris nicht zu laut sind.
alt & neu
Na, wer erinnert sich? 😉
Und wir hatten Glück – es war gerade ein großes Laternenfest
Dann wie gesagt: die Stadt zu Fuß erlaufen
Und dabei ganz unerwartet auf nette begrünte Spazierwege und Flüsschen stoßen…
…oder wunderschön angelegte Beete mitten in der City
Glück mit dem Wetter hatten wir auch: sonnig, trocken, nicht zu heiß
Dagegen ganz untouristisch: die Unterkunft in einer Art Boardinghouse, wo eigentlich vor allem Studis wohnen
Authentic Korean Experience: Das „Riot Café“ für Gaming und Internet. Man kann sogar Essen und Getränke an den Platz bestellen…
Nun gut, das sieht ja in Deutschland nicht sehr anders aus…

Als nächstes ging es dann mit dem sehr komfortablen Reisebus auf Autobahnen mit extra Busspuren, die einen entspannt am Stau vorbei leiten, Richtung Busan an der Südküste des Landes – davon dann beim nächsten Mal!

Alles Liebe und viele Maigefühle,
Hannah & Tim

Ha Giang Loop & Hai Phong Odyssee

Wir haben es nach Südkorea geschafft! Und das, obwohl diese Aussicht gestern für einen Moment wieder in ganz weite Ferne rückte.
Nach dem grandiosen Hà Giang Loop, von dem ich gleich noch berichte, hatten wir noch zwei Nächte in Hanoi verbracht und uns dann in den Zug nach Hai Phong gesetzt. Von dort sollte am späten Samstagabend unser Flug nach Seoul gehen. Wir waren früh dran, nahmen noch ein kleines Abendessen und fuhren dann gewohnt sparsam mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zum Flughafen. Dort gab es zwar Schilder die in Richtung von „International Departures“ wiesen, aber letztlich nirgendwohin führten. Wir fragten am Schalter der Airline nach, wo wir denn lang müssten? Die Dame schaute ziemlich lange unser Ticket an, bevor sie uns mitteilte, dass unser Flug gecancelt worden sei (das ist nun schon das vierte Mal bei insgesamt fünf Flügen bisher!) Man hätte uns doch am 25.04. eine Mail geschickt. Tja, die ging wohl an das Buchungsportal und wurde nicht weiter geleitet… Die freundliche Frau ließ uns aber schnell und professionell wissen, dass sie uns auf einen anderen Flug ein paar Stunden später umbuchen könne, nur ginge der ab Hanoi, wir sollten ein Taxi nehmen. Tausend Gedanken: Gilt dann unser der PCR Test noch? Reicht die Zeit? Wie viel kostet die zweistündige Taxifahrt von Airport zu Airport? Und wir überziehen damit unser Visum noch einen weiteren Tag – was passiert dann? Die Kurzform: Ja! Ja! Ungefähr 80 Euro (aber das Buchungsportal hat auf unsere entrüstete Beschwerde wegen der fehlenden Info direkt schon geantwortet, es täte ihnen sehr leid und sie würden Taxikosten bis 699 Euro übernehmen). Tja, und wenn man sein Visum überzieht, muss man einem strengen Beamten Geld bezahlen, was dann direkt in seine Hosentasche wandert…
Nun gut, nur noch ein fragender Blick beim Check-In, weil wir noch kein Weiterflugticket haben, aber schließlich durften wir trotzdem und endlich boarden – mit dünneren Nerven, aber immerhin nur wenige Stunden später als geplant und ohne nennenswerte Mehrkosten.

Welcome to Seoul! (Aber keine Sorge, ich hab mich da nur fürs Foto hingesetzt 😉)

Aber nun zu den schönen Sachen: unsere Tour auf dem Hà Giang Loop!
Diese Rundstrecke, die aktuell noch eher als Geheimtipp gilt, ist ungefähr 300 km lang und führt durch saftige Täler und zerklüftete Höhen der nordvietnamesischen Berge. Man erfährt sie in der Regel auf landestypische Art mit dem Motorrad. Wir hatten schon viel Gutes darüber gehört und so wollten wir uns unbedingt auch Zeit nehmen, um diese Gegend zu erkunden. Und das hat sich wirklich gelohnt! Man könnte die Strecke wohl auch an einem Tag schaffen, aber es gibt so viele schöne Ausblicke, dass es viel zu schade ist, nur Kilometer hinter sich zu bringen. Wir waren vier Tage unterwegs (Hà Giang – Yên Minh – Mèo Vac – Du Già – Hà Giang, falls es jemand googeln möchte) und das war genau richtig! Den Großteil unseres Gepäcks konnten wir in unserem Hostel in Hà Giang lassen, wo wir auch das Bike ausgeliehen haben. Tim bekam noch schnell einen Motorrad-Crashkurs durch den Host und dann ging es ab auf die Straße. Nach ein paar Kilometern und Serpentinen üben ging das Fahren schnell sehr gut – auch wenn das wahrlich keine einfache Strecke und nicht der entspannteste Einstieg für Fahranfänger*innen ist. Und dann klarte auch der Himmel nach dem ersten bewölkten Vormittag auf, sodass dem Loop-Abenteuer bei bestem Wetter nichts mehr im Wege stand. Die Angst vor Pannen und möglichen Polizeikontrollen immer mehr hinter uns lassend glitten wir durch die Landschaft und genossen Natur, Begegnungen und die stetige Frage, was einen wohl hinter der nächsten Biegung erwartet. Die Einzelheiten erzählen wir euch bei Interesse gerne nach der Reise in Ruhe, es gibt bestimmt einige Fragen, aber die Bilder gibt es natürlich jetzt schon:

Auf geht’s! Mal sieht die Straße so aus…
…und mal so…
…oder so!
Unser treues Bike
Wohin soll man bloß zuerst gucken?
Hier haben wir einen kleinen Abstecher von der Hauptroute gemacht. Lohnenswert, aber nervenaufreibend!
Als ich dieses Foto gemacht habe, hab ich vor Angst um Tim angefangen zu weinen. Da ist er zum Glück schnell zurück gekommen…
Es gibt auch immer wieder nette Highlights am Weg. Hier der Du Già Wasserfall, wo man sich nach einem anstrengenden Tag gut abkühlen kann
Die Kinder des Dorfes machen es genauso!
Definitiv unser Vietnam-Highlight!

So, und nun eben Südkorea. Unser erster Eindruck ist sehr gut! Sehr freundliche Menschen, angenehmes Klima und alles schön sauber und ordentlich. Nur die Preise sind hier ziemlich heftig, vor allem nach Südostasien, und wir sind froh, dass wir durch unser Mini-AirBnB eine Küche mitnutzen können. Essen gehen ist hier gerade bei unserem Reisebudget nicht empfehlenswert. Aber das ist okay, wir freuen uns auch, statt Nudelsuppe mal wieder Müsli zu frühstücken.

Mehr zu diesem neuen spannenden Land dann beim nächsten Mal 🙂
Liebe Grüße, Hannah & Tim

On the road again

Nach sieben Tagen Isolation hielten wir endlich den langersehnten negativen Test in den Händen und es konnte weiter gehen! Und seitdem haben wir schon wieder so viel gesehen, dass ich mal versuche mich kurz zu fassen und eher die Bilder sprechen lasse…

Den letzten Abend in Hoi An konnten wir noch mal mit einem schönen Spaziergang durch die Altstadt am Fluss verbringen. Es nervt etwas, weil man alle fünf Meter gefragt wird, ob man nicht eine Bootsfahrt machen möchte? Aber man lernt schnell, einfach stetig lächelnd den Kopf zu schütteln und kann sich trotzdem über das Farbenspiel der berühmten Seidenlaternen freuen.

Am nächsten Nachmittag ging es wieder per Fernbus weiter und nach „nur“ 17 Stunden waren wir in Hanoi. Zum Glück konnten wir schon früher ins Hotel einchecken und noch etwas Schlaf nachholen. Dann haben wir erst mal das Old Quarter erkundet und unter anderem das berühmte Wasserpuppentheater angeschaut – trotz rein vietnamesischem Text und Gesang sehr lustig und unterhaltsam! Außerdem haben wir natürlich die wichtigsten Sehenswürdigkeiten besucht, wie die One-Pillar-Pagode, das Ho Chi Minh Mausoleum oder die „Hanoi Train Street“, die mit zahlreichen kleinen Kneipen und Restaurants direkt an den Gleisen aufwartet.

Die One-Pillar-Pagode
Tim on Train Street
Trotz ausgiebigem Abendessen inklusive Tee und Nüssen haben wir aber keinen Zug vorbei fahren sehen…

Etwas Besonderes war außerdem der Tagesausflug in die Halong Bucht. Auch wenn es bewölkt war, haben wir die Bootsfahrt mit mehreren Stops zum Wandern, Kayaken und einer Höhlenerkundung sehr genossen! Die tolle Landschaft lässt sich nur schwer mit unseren Handybildern wiedergeben, aber seid gewiss, die Felsformationen sind sehr beeindruckend 🙂

Die sehr ruhige See hat für eine entspannte Fahrt gesorgt
Blick vom Felsen der Ti Tốp Insel

Dann ging es mit nur sechsstündiger Busfahrt weiter in die Bergregion um Sapa, die für ihre terrassenförmigen Reisfelder bekannt ist. Uns wurde ein ganz tolles Homestay empfohlen und auch, wenn der Reis aktuell erst auf einzelnen Feldern gepflanzt ist und das Wetter teilweise sehr diesig/wolkig war – der Ort liegt auf etwa 1000 Metern – haben wir dort drei sehr schöne Tage mit tollen Wanderungen in der Natur verbracht. Vor allem gestern haben wir fleißig etwa 800 anstrengende und steile Höhenmeter erklommen und wurden mit grandiosem 360° Blick belohnt.

Wenn sich die Wolken lichten hat man diese tolle Aussicht von der Unterkunft
Man kann sich ausmalen, wie es wohl aussieht, wenn die Reispflanzen in hellem Grün erstrahlen…
Auf matschigen Wegen durch einen Bambuswald, begleitet von Kindern der Bergvölker, die sich sichtlich freuen die unbeholfenen Touris durch das glitschige Terrain zu begleiten
Einblicke in das Dorfleben der vielen ethnischen Minderheiten in dieser Region, die alle ihre eigenen Trachten und teilweise sogar Sprachen haben
Da war ich schon ziemlich am Ende meiner Kräfte, aber zum Glück dem Gipfel schon sehr nah
Da braucht man nicht viel sagen, oder?
Zwischen den Wolken

Nun sitzen wir wieder im Bus und bereiten uns mental auf das nächste Abenteuer vor: den sogenannten „Hà Giang Loop“. Was das ist und ob der wirklich so beeindruckend ist, wie man hört, erfährt ihr hier beim nächsten Mal 🙂

Fühlt euch bedacht, gegrüßt und habt ein schönes Wochenende! H&T

Ein kleiner Gruß aus der Isolation

Manche haben es vielleicht schon mitbekommen: leider hat es uns nun auch erwischt. Letzten Donnerstag war Tims Test positiv und wir sind seitdem in Selbstisolation. Zum Glück in einem netten, gemütlichen Zimmer mit Wasserkocher, Kühlschrank und tollen Gastgeber*innen, die uns sehr lieb umsorgen, und so waren die letzten Tage gut zu ertragen. Ich bin bisher negativ und konnte daher immer mal wieder Obst, Instantnudeln und Pulverkaffee einkaufen oder leckeres veganes Takeaway eine Straßenecke weiter holen, aber ansonsten bin ich auch drinnen geblieben. Inzwischen fühlt sich Tim nach anfänglichen Kopfschmerzen, Schlappheit und etwas Schnupfen auch wieder recht gut und wir hoffen, ihn bald freitesten zu können! Da es noch etwas länger dauert, bis wir dann wieder was zu erzählen haben kommen hier noch ein paar Bilder unserer drei prä-covid Tage in Hoi An…

Viel Spaß & Liebe Grüße!

Das südliche Königreich

Nun melden wir uns tatsächlich und endlich aus Vietnam! (Gerade haben wir Ho Chi Minh City verlassen und liegen im Sleeper Bus Richtung Norden…) Bis hierhin hat es allerdings echt eine Weile gedauert und wir mussten seit dem letzten Blogpost noch drei Tage in Phnom Penh auf die Visa warten. Dort haben wir nicht mehr viel unternommen – aus Sparsamkeit und vor allem aufgrund der Hitze, die es uns tagsüber schwer gemacht hat, unsere angenehme Behausung zu verlassen. Aber so eine kleine Zwangspause tat auch mal gut und wir haben uns mit spannenden Serien und guter Musik entspannt.

Dann eines frühen Morgens war dann endlich auch Tims Visum da und es hieß Beeilung! Grenzübertritte über Land sind oftmals langwierig und anstrengend, daher wollten wir möglichst früh los. Wir haben fix zusammengepackt, die Visa ausdrucken lassen und ein Tuktuk zum Olympic Market genommen, wo viele Minivans und Shared Taxis mit den unterschiedlichsten Zielen warten. Schnell wird man von gestikulierenden Männern zum richtigen Wagen geleitet und nachdem wir dann den Fahrer auf 10$ pro Person für die vierstündige Fahrt bis zur Grenzstation runter gehandelt hatten, mussten wir auch nur noch etwa eine Stunde warten bis der Siebensitzer voll war und los fuhr. Gegen halb drei waren wir an der Grenze (Bavet/Moc Bai) und nach einem kurzen Mittagssnack wurde es dann spannend. Wir hatten schon die verschiedensten Geschichten gehört, vor allem von den Bestechungsgeldern, die man den Grenzbeamten zahlen müsse, aber auch, dass sich schon einzelne erfolgreich dagegen gewehrt hatten. Die Ausreise aus Kambodscha war erst mal unkompliziert, es wurde nur geprüft, ob wir auch wirklich ein Visum für Vietnam haben und schon waren wir ausgestempelt. Kurz vor dem Entry-Gate zu Vietnam konnte man dann auch sehr schnell und unproblematisch den geforderten Schnelltest machen. Mit unserem negativen Resultat, eVisa-Ausdruck, Health Declaration Qr-Code, Auslandsreisekrankenversicherungsbescheinigung und eisernem Willen traten wir dann dem Beamten gegenüber. Er blätterte ein bisschen in unseren Dokumenten herum und murmelte schnell etwas von 10$ pro Person. Mit entspannter Überzeugung hielten wir ihm die Zahlungsbestätigung vor die Nase und betonten, dass wir doch das Visum schon bezahlt hätten. Per Google-Translator fragte er uns, ob wir ihn nicht auf einen Kaffee einladen wollten. Wir schüttelten freundlich den Kopf und er bedeutete uns, erst mal zu warten und behielt unsere Papiere. Nachdem er die Person nach uns bearbeitet hatte, winkte er uns wieder zu sich und meinte, er würde unsere Visa nicht in seinem System finden, er hätte keine Information darüber erhalten. Er bräuchte 10$ um in Hanoi anzurufen und das zu klären. Wir machten deutlich, dass wir nichts zahlen würden und hielten ihm noch mal zusätzlich die Bestätigung der Visaerteilung im Vietnamesischen eVisa-Portal hin. Er bestand darauf, dass ihm unsere Daten nicht vorlägen und wir mussten wieder warten. Nachdem er vier andere Personen bearbeitet hatte (wir haben leider nicht mitbekommen, ob diese den „stamp fee“ bezahlt haben oder nicht), winkte er uns schließlich nochmals her, hielt uns wortlos die gestempelten Ausweise hin und wir konnten passieren. Nur noch eine Taxipreisverhandlung und drei Autostunden später waren wir dann endlich an unserer sehr netten Unterkunft in Ho Chi Minh City angekommen…

Der erste Eindruck: cool! Auf jeden Fall um einiges moderner und schon etwas kühler als Phnom Penh. Und was besonders ins Auge fällt: keinerlei Tuktuks! Dafür eine unfassbare Menge an Rollern und generell deutlich mehr Verkehr. Es gibt aber neben den stressigen großen Straßen auch viele kleine Gassen und man kann sehr entspannt Bus fahren hier. Die Schrift ist endlich wieder etwas lesbarer und die Küche zwar fleischlastig, aber wir haben auch gleich schon sehr leckere vegetarische Sachen gefunden.

Der Blick vom Mini-Balkon unseres gemütlichen Homestays
Bun dau – Reisnudeln mit Tofu, vielen Kräutern und Sojasauce. Außerdem kann man sich aus Mini-Limetten, Chillis und Zucker noch seine eigene Sauce mischen – das gefällt uns und kostet nur 25.000 Dong = 1 EUR!
Wusstet ihr, das in HCMC das zweithöchste Gebäude ganz Südostasiens steht?

In Ho Chi Minh City kann man wirklich viel unternehmen! Wir haben unter anderem eine Fahrt mit dem „Saigon Waterbus“ gemacht, sind an vielen bekannten Gebäuden vorbei spaziert und haben das War Remnants Museum besucht – ein sehr bedrückender Ort mit krassen Bildern, die einen sprachlos und kopfschüttelnd zurück lassen. Wir schauen nun erstmal eine mehrteilige Doku, um ein bisschen besser nachzuvollziehen, wie es zu diesem furchtbaren, grausamen Krieg kommen konnte.

Das noch operierende Hauptpostamt – vielleicht eines der wenigen schönen Dinge, die die kolonialen Besatzer zurück gelassen haben.
Nicht nur im Postamt allgegenwärtig: Ho Chi Minh, der 1945 hoffnungsvoll die vietnamesische Unabhängigkeit ausrief. Was danach geschah fangen wir auch gerade erst an etwas mehr zu verstehen…
Erinnert uns ein bisschen an die HVV-Fähren ❤️
Der Saigon River eignet sich sehr gut für abendliche Spaziergänge!
Hier haben wir ein interessantes Ritual beobachtet: junge, herausgeputzte Mädels haben nach kurzem Gebet ein Kiste voller großer Fische in den Fluss entlassen – das bringt wohl Glück.

Nun sind wir wie gesagt auf dem Weg in die Mitte des Landes nach Da Nang und Hoi An. Damit überspringen wir natürlich so einiges, aber wir haben ja nur 30 Tage Zeit und wollen dann vor allem die Bergregionen und Küsten im Norden erkunden. Bisher gefällt es uns hier sehr gut, wir sind gespannt wie es weiter geht!

Alles Liebe und Grüße von Herzen, Hannah & Tim

Sonntags sind die Straßen etwas leerer
Tschüss HCMC!

Water for the Angkor-Elephants

Gerade sitzen wir in einem klimatisierten (!) Hotelzimmer in Phnom Penh, warten auf unser Visum und betreiben Recherche über Einreisebestimmungen, Corona-Testmöglichkeiten und möglichst günstige Varianten des Grenzübertritts. Das ist alles etwas kompliziert, weil unser nächstes Ziel – Vietnam – gerade erst für Tourismus geöffnet hat und noch keinerlei reguläre Busse dorthin fahren, aber wir sind hoffnungsvoll, dass wir den nächsten Bericht schon aus Ho-Chi-Minh-City (ehemals Saigon) absetzen können!

Vor ein paar Tagen waren wir noch in einer ganz anderen Welt, dem sagenumwobenen, jahrtausendealten Angkor Wat. Nachdem wir frisch geboostert erst mal zwei Tage flach lagen, haben wir erfahren, dass man aktuell aufgrund von Corona beim Kauf eines Ein-Tages-Tickets einen Extra-Tag geschenkt bekommt und so konnten wir zwei Tage das weitläufige Areal per Scooter erfahren und die verschiedensten Tempelruinen durchstreifen. Wirklich beeindruckend und vor allem wunderbar leer momentan! Man sieht allerdings an den zahlreichen Essens- und Souvenirständen wie voll es hier mal gewesen sein muss… Wir haben alles auf eigene Faust erkundet und keinen Guide gebucht. Das wäre sicher interessant gewesen, aber bei der Hitze irgendwie auch zu anstrengend. Daher folgen jetzt einfach ein paar schöne Bilder ohne weitere Hintergrundinfos 😉

Das „eigentliche“ Angkor Wat – der größte und berühmteste aller Tempel dort und auch auf der Kambodschanischen Flagge zu finden
Ta Prohm – oder auch der „Tomb Raider Tempel“
Ganz schön steil gebaut wurde hier teilweise…
Dieser Ort scheint ein beliebtes Motiv für Hochzeits-Shootings zu sein, wir haben drei an einem Tag gesichtet…

Achja, und einen Ausflug in ein Elefanten-Altersheim haben wir auch noch unternommen! Im Kulen Elephant Forest dürfen zwölf ehemalige Tempel-Elefanten ihren Lebensabend verbringen, bekommen morgens und abends Futter und streifen tagsüber durch den Wald, wo sie sich selber versorgen. Mit einer kleinen Gruppe von sechs Leuten stapften wir zweien von ihnen hinterher durchs Gebüsch, durften Obst verfüttern und bei der spätnachmittäglichen Dusche mithelfen. Das war eine sehr schöne Erfahrung 🙂

Ich denke viel an euch Zuhause und freue mich schon sehr darauf, wenn wir uns alle wieder sehen ❤️

Alles Liebe, Hannah & Tim

Reisen als Langzeitbeziehung

Wir sind nun schon echt lange unterwegs, Tim seit über sechs und Hannah seit über fünf Monaten. Und wie bei einer Beziehung verändert sich auch das Reisen mit der Zeit. Bei vielem kennt man sich schon besser (aus), es stellt sich fast eine neue Art von Alltag ein und man weiß, was man mag und braucht. Dabei geht auch manchmal ein bisschen die Aufregung verloren und was anfangs abenteuerlich war, ist dann eher mal stressig und nervig. Und wie bei einer Beziehung gibt es weiterhin Hochs und Tiefs – gerne auch mal gleichzeitig.

Der letzte volle Tag in Kampot war noch sehr schön. Wir sind mit dem Roller in den Bokor Nationalpark gefahren und dort in etwas höher gelegene Gebiete. Dort wurde es schnell angenehm kühl und wir haben Natur und frische Luft genossen. Besonders beeindruckend war die Wolkenbildung dort oben und was der Gegend einen ganz eigenen Charme verleiht, sind die ganzen verlassenen Luxushotels, die vor Jahrzehnten mal Mengen an europäischen Tourist*innen beherbergt haben müssen…

Von rechts kommen schon die Wolkenschwaden
Gespenstisch leer, aber immer noch (oder wieder?) recht gepflegt
Und noch ein Mini-Wasserfall am Wegesrand

Dann ging es am nächsten Tag erst mit dem Taxi in die Küstenstadt Sihanoukville und von dort mit dem Speedboat auf die Insel Koh Rong Sanleom, wo wir eine Woche verbracht haben. Hier habe besonders ich mal wieder ein ziemliches Gefühls-Auf-und-Ab erlebt. Wie ihr auf den Bildern sehen könnt, gibt es wunderschöne Orte in „unserer“ Bucht M’Paibay. Aber gleichzeitig steht auch hier wieder vieles leer, ist kaputt oder vermüllt. Das türkise Wasser ist sehr erfrischen, aber der Sandstrand ist teilweise voll von Sandflöhen, die uns in kürzester Zeit mit einer Menge an Stichen (oder Bissen?) übersäten, von denen wir noch drei Tage lang was hatten. Tja und das Wetter… So schön die Sonne ist, war die Hitze hier besonders feucht und wir hatten nur einen Ventilator in unserer kleinen Hütte. An sich hätte der ja gereicht, aber es wird leider im gesamten Ort jeden Tag dreimal der Strom abgestellt: von 11-13 Uhr, 16-18 Uhr und 5-8 Uhr. Und so hat man immer wieder keine richtige Möglichkeit aus dem Schwitzen rauszukommen. Meine Haut findet das nicht so witzig und ich fühle mich dann oft ziemlich unwohl darin. Ich weiß, im Vergleich ist das natürlich Meckern auf hohem Niveau, aber manchmal muss das eben auch sein…

Unsere kleine Hütte
Die Hauptstraße von M’Paibay – Autos gibt es keine…
Es muss mal echt viel los gewesen sein hier…
Die Clear Water Bay ist etwa eine Stunde Fußmarsch entfernt und macht ihrem Namen alle Ehre!

Trotz aller Unannehmlichkeiten war es aber auch sehr schön, denn es gibt eine ganz tolle Gemeinschaft auf der Insel. Jeden Tag machen nur zwei oder drei wechselnde Lokale auf, was über eine Facebook-Gruppe (inklusive der Daily Specials und Menüs) angekündigt wird, sodass sich dort dann der Großteil der Touris und Expats trifft und man sich schnell kennen lernt und immer wieder sieht. Und wir konnten wieder Tauchen gehen, das war auch sehr schön und fischreich!

Es gibt auch noch kleine Essensstände, wo eher die Einheimischen essen und es nicht so viel Vegetarisches gibt. Aber wir haben Reis-Porridge für uns entdeckt! Ein sehr leckeres, günstiges Frühstück.
Tauchen mit Divemasterin Anne und unserem Hostelkollegen Mario. Die Logbucheinträge macht man dann abends gemeinsam in der Kneipe 🙂
Am letzten Tag haben wir uns noch mal sportlich betätigt und haben ein Kayak ausgeliehen. Bei Wind und Strömung ganz schöne Arbeit, die mit ordentlich Muskelkater belohnt wurde.

Nun liegen wir in einem Nachtbus nach Siem Reap, wo uns mit Angkor Wat wohl der berühmteste Ort Kambodschas erwartet. Wir freuen uns auf neue kulturelle Eindrücke und hoffentlich besser kühlbare Unterkünfte!

Alles Liebe zu euch, Hannah & Tim